Die Portale im Überblick
Ausbildungsportale lassen sich in drei Gruppen teilen: kostenlose öffentliche Börsen, bezahlte Portale nur für Ausbildung und allgemeine Jobbörsen, die auch Ausbildungsplätze zeigen. Die Tabelle nennt, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten angeben. Reichweiten sind Angaben der Anbieter, nicht von uns gemessen.
| Portal | Gruppe | Reichweite laut Anbieter | Preismodell | Preis laut Preisliste, Stand Oktober 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit | öffentlich | Jugendliche, die bei der Berufsberatung sind oder selbst suchen | kostenlos | 0 € |
| IHK-Lehrstellenbörse | öffentlich | Jugendliche in Ihrer Region; je nach IHK eigenes Portal | kostenlos für Ausbildungsbetriebe der IHK | 0 € |
| AUBI-plus | Ausbildungsportal | „Über 20.000 Ausbildungsbetriebe“ als Kunden | Paket je Anzeige | BASIS 470 € netto für 12 Monate; PRO regulär 980 € netto, Aktionspreis 647 €; MAX auf Anfrage |
| ausbildung.de | Ausbildungsportal | „bis zu 2,4 Mio. Ausbildungssuchende pro Monat“ | Jahrespreis nach Zahl der Azubis je Jahr, 12 Monate | KOMPAKT ab 1.350 € (unter 5 Azubis im Jahr); PLUS ab 3.800 € (6 bis 15); ENTERPRISE auf Anfrage |
| meinestadt.de | regionales Stellenportal | „2,3 Mio.“ Besuche pro Monat | Einzelanzeige mit fester Laufzeit | Ausbildungsanzeige 289 € für 90 Tage oder 459 € für 360 Tage |
| AZUBIYO | Ausbildungsportal | – | Pakete mit Laufzeit | auf Anfrage |
| Azubi.de | Ausbildungsportal | – | Anzeigen mit Laufzeit | auf Anfrage |
| Indeed | allgemeine Jobbörse | – | kostenlose Anzeigen plus bezahlte „Sponsored Jobs“ | bis zu 3 Anzeigen je Kalendermonat kostenlos; gesponserte Anzeigen auf Anfrage |
Hinweise zu den Preisen: Bei AUBI-plus gelten alle Preise zuzüglich Umsatzsteuer. Bei ausbildung.de und meinestadt.de steht auf den Preisseiten keine Angabe dazu; fragen Sie nach. Die Preise von AZUBIYO, Azubi.de und den gesponserten Anzeigen bei Indeed konnten wir auf den Seiten der Anbieter nicht frei abrufen. Preise ändern sich; maßgeblich ist das Angebot, das Sie schriftlich bekommen.
Die kostenlosen Wege zuerst
Jobsuche der Arbeitsagentur. Die Arbeitsagentur unterstützt Betriebe kostenlos bei der Suche nach Auszubildenden, von der Veröffentlichung der Stelle bis zur Vermittlung (Agentur für Arbeit Gießen, 2025). Sie melden den Platz online oder über den Arbeitgeber-Service, telefonisch unter 0800 4 555520 (gebührenfrei). Der Weg ist wichtig, weil Berufsberater nur Stellen vorschlagen können, die bei ihnen gemeldet sind. 54 % der Ausbildungsinteressierten suchen über die Bundesagentur für Arbeit (Bertelsmann Stiftung, Ausbildungsperspektiven 2026).
IHK-Lehrstellenbörse. Für Ausbildungsbetriebe ist der Eintrag kostenlos. Welches Portal gilt, hängt von Ihrer IHK ab. Die IHK Berlin nennt die „kostenfreie IHK-Lehrstellenbörse“ mit dem Namen „Meine Ausbildung in Deutschland“. Die IHK Hannover verweist auf die neue Ausbildungsbörse ihk-boerse.de als Nachfolger. Fragen Sie Ihre IHK nach Zugang und Portal.
Indeed. Indeed ist keine reine Ausbildungsbörse, zeigt aber auch Ausbildungsplätze. In Deutschland können Sie je Kalendermonat bis zu drei Anzeigen kostenlos schalten. Jede erscheint bis zu 30 Tage in den Suchergebnissen (Indeed Hilfebereich). Für mehr Sichtbarkeit bietet Indeed bezahlte „Sponsored Jobs“ an.
Die drei Wege kosten Sie kein Geld, aber Zeit: Texte schreiben, Einträge aktuell halten, besetzte Plätze löschen.
Bezahlte Ausbildungsportale
AUBI-plus. Das Paket BASIS kostet laut Preisliste 470 Euro netto je Anzeige und läuft 12 Monate. Das Paket PRO kostet regulär 980 Euro netto und ist derzeit als Aktion für 647 Euro je Anzeige ausgewiesen; die Laufzeit wählen Sie zwischen 3 und 12 Monaten. PRO enthält laut Anbieter unter anderem Google- und Social-Media-Kampagnen und eine persönliche Ansprechperson. Das Paket MAX wird individuell kalkuliert. Dazubuchen lassen sich eine Platzierung ganz oben (249 Euro für 3 Monate) und ein „Benefits-Booster“ (109 Euro für 12 Monate). Die Preise gelten je gebuchter Anzeige.
ausbildung.de. Hier bekommen laut Anbieter alle Kunden denselben Leistungsumfang: Unternehmensprofil, Stellenanzeigen mit einfacher Bewerbungsmöglichkeit, Kennzahlen im Dashboard. Der Preis richtet sich nach der Zahl Ihrer Ausbildungsstellen im Jahr, die Laufzeit beträgt 12 Monate. Als Beispielpreise nennt die Seite ab 1.350 Euro (KOMPAKT, Beispiel für 1 bis 2 Ausbildungsstellen) und ab 3.800 Euro (PLUS, Beispiel für 6 bis 10 Ausbildungsstellen). Ab 16 Azubis im Jahr gibt es Preise auf Anfrage.
meinestadt.de. Das Portal ist nach Orten aufgebaut und hat einen eigenen Bereich für Ausbildungsanzeigen. Eine Ausbildungsanzeige kostet laut Job-Shop 289 Euro für 90 Tage oder 459 Euro für 360 Tage. Die Anzeige wird laut Anbieter alle 7 Tage aufgefrischt.
AZUBIYO und Azubi.de. Beide sind Portale nur für Ausbildung und duales Studium. Preise und Laufzeiten erfahren Sie auf Anfrage beim Anbieter.
So vergleichen Sie Preise richtig
Die Anbieter rechnen unterschiedlich ab. Ein Preis allein sagt deshalb wenig. Prüfen Sie vier Punkte:
- Wofür gilt der Preis? Je Anzeige (AUBI-plus, meinestadt.de) oder für den ganzen Betrieb nach Zahl der Azubis (ausbildung.de). Wer drei Berufe ausschreibt, zahlt bei einem Modell je Anzeige dreimal.
- Wie lange läuft er? Rechnen Sie jeden Preis auf zwölf Monate um. Bei meinestadt.de entsprechen 360 Tage etwa einem Jahr, 90 Tage etwa einem Quartal.
- Netto oder brutto? Steht keine Angabe dabei, fragen Sie nach.
- Was kommt dazu? Platzierungen, Hervorhebungen, Logo, Video. Und ob sich der Vertrag von selbst verlängert.
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Ein Betrieb sucht zwei Azubis in zwei Berufen und schaltet zwei Anzeigen für zwölf Monate. Mit dem Paket BASIS von AUBI-plus kostet das 2 × 470 = 940 Euro netto. Mit zwei Ausbildungsanzeigen über 360 Tage bei meinestadt.de sind es 2 × 459 = 918 Euro. Bei ausbildung.de beginnt der Jahrespreis für 1 bis 2 Ausbildungsstellen bei 1.350 Euro. Die Leistungen unterscheiden sich; der Vergleich zeigt nur, wie verschieden die Modelle rechnen.
Entscheidend ist am Ende nicht der Preis je Anzeige, sondern der Preis je passender Bewerbung und je besetztem Platz. Wie Sie das rechnen, steht in Azubi-Recruiting Kosten.
Was Portale gut können und wo ihre Grenze liegt
Was sie gut können: Portale erreichen Jugendliche in dem Moment, in dem sie einen Ausbildungsplatz suchen. Laut Bertelsmann Stiftung suchen 80 % der Ausbildungsinteressierten in Online-Jobportalen. Wer dort nicht steht, fehlt in der wichtigsten Suche. Portale helfen außerdem, wenn Ihr Ort klein ist oder Sie einen seltenen Beruf ausbilden, weil sie über Ihre Region hinaus sichtbar sind.
Wo ihre Grenze liegt: Ein Portal öffnet nur, wer schon sucht. Schüler, die sich noch nicht entschieden haben oder Ihren Beruf nicht kennen, sehen die Anzeige nicht. Außerdem stehen Sie dort neben allen anderen Betrieben, die denselben Beruf ausschreiben. Und das Portal bringt die Bewerbung, nicht den Rückruf: Wie viele Bewerber Sie am Ende sprechen, hängt davon ab, wie schnell Sie anrufen.
Wann Portale reichen und wann Social Media nötig ist
Portale reichen meist, wenn
- über Arbeitsagentur und Portal im letzten Jahr genug passende Bewerbungen kamen,
- Ihr Beruf bei Schülern bekannt ist und gesucht wird,
- jemand im Betrieb Bewerber innerhalb von ein bis zwei Tagen anruft.
Social Media gehört dazu, wenn
- trotz bezahltem Portal kaum passende Bewerbungen kommen,
- Ihr Beruf erklärungsbedürftig ist, etwa Mechatroniker in der Industrie oder Chemikant,
- bis zum Ausbildungsstart nur noch wenige Monate bleiben und Sie schnell sichtbar sein müssen,
- Sie Jugendliche in Ihrer Umgebung erreichen wollen, die noch gar nicht suchen.
Zum Suchen nutzen Jugendliche soziale Netzwerke weniger: Knapp ein Drittel nennt Social Media als Weg der Ausbildungsplatzsuche (Bertelsmann Stiftung 2026). Gesehen werden Betriebe dort trotzdem, weil bezahlte Anzeigen auch Jugendlichen gezeigt werden, die gerade nicht suchen. Was eine solche Anzeige braucht, steht in Social Recruiting für Azubis.
Sechs Fragen an jedes Portal vor dem Vertrag
- Gilt der Preis je Anzeige, je Beruf oder für den ganzen Betrieb?
- Wie lange läuft der Vertrag, und verlängert er sich von selbst? Wie lang ist die Kündigungsfrist?
- Ist der Preis netto oder brutto, und welche Zubuchungen kosten extra?
- Kann sich ein Schüler am Handy bewerben, ohne Lebenslauf und Anschreiben?
- Sehen Sie, wie viele Aufrufe und Bewerbungen über das Portal kamen?
- Wie viele Betriebe in Ihrer Region schreiben denselben Beruf dort schon aus?
Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Buchen Sie zuerst eine Laufzeit und zählen Sie danach Bewerbungen, Gespräche und Verträge je Portal.
Häufige Fragen
Welches Ausbildungsportal ist das beste?
Ein bestes Portal für alle Betriebe gibt es nicht. Entscheidend sind Ihr Beruf, Ihre Region und wie schnell Sie Bewerber anrufen. Starten Sie mit den kostenlosen Wegen, buchen Sie dann ein bezahltes Portal für eine Laufzeit und zählen Sie, wie viele passende Bewerbungen darüber kamen.
Was kostet eine Anzeige auf einem Ausbildungsportal?
Laut Preislisten der Anbieter (Stand Oktober 2026) kostet eine Ausbildungsanzeige bei meinestadt.de 289 Euro für 90 Tage oder 459 Euro für 360 Tage, bei AUBI-plus das Paket BASIS 470 Euro netto für zwölf Monate. ausbildung.de rechnet nach Zahl der Azubis im Jahr, ab 1.350 Euro für zwölf Monate. Andere Anbieter nennen Preise auf Anfrage.
Welche Ausbildungsportale sind kostenlos?
Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit und die Lehrstellenbörse Ihrer IHK sind für Ausbildungsbetriebe kostenlos. Bei Indeed können Sie in Deutschland bis zu drei Anzeigen je Kalendermonat kostenlos schalten, jede ist bis zu 30 Tage sichtbar. Wer mehr Sichtbarkeit will, zahlt dort für gesponserte Anzeigen.
Reicht ein Ausbildungsportal, um Azubis zu finden?
Wenn sich in Ihrem Beruf und Ihrer Region genug Jugendliche aktiv bewerben, oft ja. Portale zeigen Ihre Anzeige aber nur, wenn jemand sucht. Kommen über Portal und Arbeitsagentur zu wenige passende Bewerbungen, erreichen Sie über Anzeigen in sozialen Netzwerken auch Schüler, die noch nicht suchen.
Wie vergleiche ich Portale fair?
Rechnen Sie jeden Preis auf zwölf Monate und auf die Zahl Ihrer offenen Plätze um und prüfen Sie, ob er netto oder brutto ist. Zählen Sie nach einer Laufzeit, wie viele passende Bewerbungen und Verträge jedes Portal gebracht hat, und teilen Sie die Kosten dadurch.

Über den Autor
Oliver HöllerGelernter Zerspanungsmechaniker · Geschäftsführer der evocontec GmbH
Oliver Höller hat Zerspanungsmechaniker gelernt und fünf Jahre in Produktion und Qualitätssicherung gearbeitet. Seit 2020 gewinnt er mit seinem Team Fachkräfte und Auszubildende für Industriebetriebe; mit der evocontec GmbH hat er über 180 Industrieunternehmen bei der Besetzung von Stellen unterstützt.
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Verwandte Fragen
Quellen
Alle aufgerufen am 31. Oktober 2026.
- Bertelsmann Stiftung, Ausbildungsperspektiven 2026 (Befragung März/April 2026)
- Agentur für Arbeit Gießen, Pressemitteilung 037/2025 vom 17.03.2025 (kostenlose Unterstützung bei der Azubi-Suche)
- Bundesagentur für Arbeit, Stellenangebot melden (abgerufen am 31.10.2026)
- IHK Berlin, In sechs Schritten zum Auszubildenden (kostenfreie IHK-Lehrstellenbörse, abgerufen am 31.10.2026)
- IHK Hannover, Die neue Ausbildungsbörse ist gestartet (Stand 23.06.2026)
- AUBI-plus, Preise für Ausbildungsbetriebe (abgerufen am 31.10.2026)
- Ausbildung.de, Preise und Leistungen für Unternehmen (abgerufen am 31.10.2026)
- Ausbildung.de, Recruiting für Unternehmen (Reichweitenangabe, abgerufen am 31.10.2026)
- meinestadt.de Job-Shop, Ausbildungsanzeigen (abgerufen am 31.10.2026)
- Indeed Hilfebereich für Arbeitgeber, Limit für kostenlose Stellenanzeigen (abgerufen am 31.10.2026)
